E-Book Zürcher Archäologie, Heft 23, Birmensdorf-Wannenboden

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Eine Siedlungsstelle der Spätbronzezeit

Die spätbronzezeitliche Landsiedlung Birmensdorf-Wannenboden wurde während archäologischen Sondierungen in Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Nationalstrasse A4/A20 im Knonaueramt (Kanton Zürich) entdeckt. Bei der 1994/95 durchgeführten flächigen Ausgrabung konnte ein kleiner Siedlungsplatz der ausgehenden Spätbronzezeit (Phase Ha B3 früh) beinahe vollständig freigelegt und untersucht werden. Die Ausgrabung von Birmensdorf-Wannenboden ist insofern bedeutsam, als bisher erst wenige Fundpunkte aus dieser Phase bekannt sind und diese meist aus Seeufer- oder Höhensiedlungen stammen.
Das Fundmaterial aus der Siedlung bildet einen einzigen Komplex, da während der Ausgrabung keine stratigraphische Abfolge der Fundschicht beobachtet wurde. Es wurden beinahe 9000 Scherben mit einem Gewicht von rund 90 kg geborgen. Das Spektrum umfasst vorwiegend Töpfe, etwas weniger konische Schalen sowie seltener Schüsseln und Becher, Kalottenschalen und grobkeramische Schalen mit Randdellen kommen kaum vor. Nur gut ein Drittel aller Gefässe ist verziert, am weitaus häufigsten wurden Töpfe, Schüsseln und Becher mit einem Dekor versehen. Schalen sind mit grosser Mehrheit unverziert. Zu den Dekorvarianten gehören schlichte, nicht flächige Formen wie Einstiche, Eindrücke, Fingertupfen, Riefen oder Kerben. Grundsätzlich sind die Gefässprofilierungen und Verzierungen kennzeichnend für die entwickelte Phase der Spätbronzezeit Ha B3. Zwei Bronzenadeln und einige absolute Datierungen unterstützen diese Zuordnung. Mehrere Eichenholzkohlestücke aus einer Werkgrube konnten dendrochronologisch ausgewertet und in die erste Hälfte des 9. Jh. v.Chr. datiert werden.
Die Siedlung bestand vermutlich während weniger Jahrzehnte zwischen 900 und 850 v.Chr. Der Grund für die Aufgabe des Siedlungsstandorts bleibt unbekannt, ein Brandereignis kann nur für einzelne Gebäude postuliert werden. Es ist mit etwa zehn, allenfalls gleichzeitig bestehenden Häusern zu rechnen. Die Hausbauten wurden wahrscheinlich in lockerer Anordnung errichtet, wobei sich zwischen ihnen offene Plätze auftaten. Eine aus Italien stammende Bronzenadel und ein Gefäss, das aufgrund der Magerung in der Region Kaiserstuhl hergestellt wurde, belegen den weiträumigen Güteraustausch und könnten als Hinweis dafür verstanden werden, dass die Siedlung an einem Handelsweg lag.


Autor: Ulrich Eberli

Zürcher Archäologie, Heft 23 (2008)
72 S., 49 Abb., 11 Taf.
Format: E-Book, PDF

 

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ISBN 978-3-905681-33-8
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