Zürcher Archäologie, Heft 25, Rheinau - Heerenwies

Zürcher Archäologie, Heft 25, Rheinau - Heerenwies
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Von Juli 2004 bis Juli 2005 konnte in der Flur Heerenwis der Gemeinde Rheinau eine Fläche von 6200 m2 untersucht werden. Die Ausgrabung brachte zahlreiche Strukturen der Spätlatènezeit, des frühen bis späten Mittelalters - mit Hauptgewicht im Hochmittelalter - sowie der Neuzeit ans Tageslicht (die spätkeltischen Befunde sowie die zugehörigen Funde werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer Monographie zum keltischen Rheinau vorgelegt). In dieser Arbeit werden die zahlreichen mittelalterlichen und neuzeitlichen Strukturen und deren Fundmaterial vorgestellt.
Die mittelalterlichen Befunde verteilen sich mehr oder wenige regelmässig über das ganze Ausgrabungsgelände. Die ersten mittelalterlichen Siedlungsspuren in der Heerenwis stammen aus dem 7. Jh. Es handelt sich dabei um ein Grubenhaus, das anhand der Keramik zeitlich eingeordnet werden konnte. Damit ist für Rheinau erstmals eine Siedlungstätigkeit im Frühmittelalter archäologisch nachgewiesen. Zwei weitere Grubenhäuser datieren vom 9. bis um die Mitte des 11. Jh. Ein bemerkenswerter Befund bildet ein Grabengeviert mit Toranlage in dessen südwestlicher Ecke. Im Innern der Anlage befanden sich je nach Interpretation ein oder zwei Pfostenbauten. Ein weiterer, frei stehender Pfostenbau stand nördlich ausserhalb der Grabenanlage. Die Pfostenbauten konnten ins 11. und 12. Jh. datiert werden.
Um die Mitte des 12. Jh. wurde ein Gebäude mit einem 5 x 15 m messenden Keller errichtet. In einer ersten Phase standen darin nebeneinander gereiht fünf Trittwebstühle. Die Reste der insgesamt zehn, in den beiden Webkellern entdeckten Trittwebstühle zeigen mit der Tretgrube und den vier Pfosten für die Verankerung des Webstuhlrahmens das gleiche Spurenbild, wie es erstmals 1990 in der Winterthurer Altstadt dank guter, organischer Erhaltung angetroffen wurde. Die Funktion eines Wannensystems, d.h. mehrerer, schlangenförmig aneinander gereihter Wannen, konnte nicht geklärt werden.
Die hochmittelalterliche Geschirrkeramik der Fundstelle entspricht der feinen, überdrehten Ware und besteht in erster Linie aus Töpfen. Schüsseln, Kannen und Deckel sind selten. Die sechs definierten Topfrandtypen bilden eine ältere sowie eine jüngere Gruppe. Die zu Tage geförderte Keramik kann sehr gut mit derjenigen aus dem Schaffhauser Raum verglichen werden.
Die Resultate der Archäozoologie aus drei mittelalterlichen Befunden zeigen mit dem Überwiegen von Schwein und Schaf/Ziege ein eher untypisches Bild. Die Archäobotanik erbrachte ein breites Spektrum an Getreide- und Hülsenfruchtarten.
Von Interesse sind auch zwei neuzeitliche Pfostenbauten. Der ältere wurde 1897 anlässlich des Bezirksgesangsfests in Rheinau auf der Heerenwis errichtet.

Autor: Markus Roth

Zürcher Archäologie, Heft 25 (2008)
139 S., 139 Abb., 9 Taf.
570g
Format 210 x 297 mm

Zusatzinformation

ISBN 978-3-905681-38-3
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